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Loki´s
Lachen - Asatru-Humor
Der
Gode Gundulf
ist ein berühmter wandernder Heide. Manche behaupten, daß er in Island zur
Zeit der Konversion lebte, manche schwören, daß sie ihn beim letzten
Vereinstreffen sahen, zusammen mit seinen merkwürdigen Freunden Till und
Nasreddin.
Manche sagen, seine Weisheit ist närrisch, und manche, daß seine Narrheit
weise sei.
Nun gibt es viele Geschichten über den Goden Gundulf, und vielleicht habt Ihr
auch eine gehört, die Ihr uns hier erzählen könnt.
Ein Disput
Einmal gerieten ein universalistischer Asatru und ein völkischer Asatru in
einen hitzigen Streit darübe, wer sich denn nun rechtens Heide nennen dürfe.
Da sie von seinem Ruf gehört hatten, baten sie den Goden Gundulf, die Sache
zwischen Ihnen éin für allemal zu schlichten.
Gundulf hörte sich eine Zeitlang die Argumente des Universalisten an, und sagte
dann: "Du hast Recht."
Als nächstes vertrat der völkische Asatru seine Sache, und nach einigem
Überlegen sagte der Gode: "Du hast Recht."
"Aber Gode", sagte ein weiterer Heide, der bisher schweigend zugehört
hatte. "Sie können doch nicht beide gleichzeitig Recht haben!"
"Tja, mein Freund", sagte Gundulf seufzend, "Ich fürchte, auch
Du hast Recht."
Eine andere Sache
Beim Thing kam ein Nachbar zum Goden Gundulf und sagte: "Dein Hengst hat
sich losgerissen und ist auf meinen Hengst losgegangen ! Jetzt ist mein Hengst
tot, und ich möchte, daß Du diese Angelegenheit zwischen uns nach dem Gesetz
regelst."
"Nun", sagte der Gode, "so wie ich das sehe, ist mein Hengst ein
Tier und kann daher nicht vor dem Thing angeklagt werden."
Der Nachbar nickte im Einverständnis.
"Und der Besitzer des Hengstes hatte keine Ahnung und Absicht, daß der
Hengst das tun würde, und kann daher nicht für die Handlung des Tieres
verantwortlich gemacht werden. Daher ist nach dem Gesetz keine Entschädigung
notwendig."
Der Nachbar nickte heftig. "Du hast Recht, Gode, und bist weise. Du mußt
nur noch ein Detail wissen: In Wirklichkeit war dein *Dein* Hengst, der *meinen*
tötete!"
"Oh... das ist nun eine ganz andere Sache vor dem Gesetz. Also, die
Entschädigungssumme beträgt..."
Die richtige Seite
Zu einer Zeit, als man es für überaus wichtig hielt, rituellen Vorschriften
korrekt zu folgen, begannen zwei Gruppen von Traditionalisten eine Diskussion,
ob bei einer Feuerbestattung die versammelten Anwesenden auf der rechten oder
linken Seite des Scheiterhaufens stehen sollten. Jede Gruppe führte starke und
wortreiche Argumente ins Feld, und konnte sie mit Quellenzitaten belegen.
Da sie sich nicht einigen konnten, fragte man den Goden Gundulf nach seiner
Meinung. Ohne Zögern sagte er:
"Es spielt keine Rolle, ob man rechts oder links vom Scheiterhaufen steht,
Hauptsache, man steht nicht in der Mitte!"
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